SO 25. März 2012 17:00 Kassa & Türöffnung 16:00
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Dani Häusler - Klarinette |
Typisch für die als erzkatholische verschriene Innerschweiz lebt hier auch die Gilde der Volksmusikanten vornehmlich in festen Bindungen (Kapellen o.ä.), andererseits ist die Gegend seit mindestens hundert Jahren auch ein Hort der musikalischen Promiskuität: Mitunter treibt es Jeder mit Jedem. So ergibt sich im Jahr 1996 auch ein folgenschweres alko-musikalisches Zusammentreffen des Schwyzerörgelers Flückiger Markus und des Klarinettlers Häusler Dani, welches umgehend die Gründung eines Ländler-Rock-Bastards namens pareglish zur Folge hat. Dessen unbekümmerte Grenzgraserei in fremdfötzeligen Volksmusik-Schründen sorgt bei der Fixierer-Fraktion für rot glühende Köpfe, während die Entwickler-Fraktion sie als Morgenröte am monochromen Ländlerhimmel beklatscht.
Als Kehrseite des übernächtigen Erfolgs (inkl. Prix Walo 1997) werden Flückiger und Häusler Opfer eines Phänomens, das der Schweizer Arzt Johannes Hoferus bereits anno 1710 in seiner vielfach zitierten Dissertation „De Nostalgia“ beschrieb und kurzum besagt, dass unverfälschtes heimatliches Melodiengut eine Krankheit namens „delirium melancholicum“ hervorrufen kann. Von solch nostalgischer Wehmut gepeinigt, suchen die beiden Grippegeplagten ihr Seelenheil in der regionalen Tradition des übungsfreien Stegreif-Spiels. Unterstützt vom Klavierler Kamer Reto und vom Kontrabässler Huber Sepp, die schon vorgängig bei verschiedentlichen One-Night-Stands Werbung in eigener Sache betrieben, macht sich der flotte Vierer daran, das gemeinsame folkloristische Erbgut kollektiv auszuweiden.